Alarme

Wann NODE64 sich meldet – per E-Mail, Webhook oder Glocke.

Ein Dashboard hilft nur, wenn man hineinschaut. Alarme drehen das um: NODE64 meldet sich, wenn etwas passiert.

Regeln #

Eine Regel besteht aus Auslöser, Schwelle und Kanälen.

Es gibt zwei Sorten. Ereignisgetriebene Auslöser greifen in dem Moment, in dem etwas passiert. Zustandsgetriebene prüfen alle fünf Minuten, ob ein Messwert eine Grenze überschreitet – und die meisten von ihnen erst, wenn er sie eine Mindestdauer lang überschritten hat, damit ein einzelner Ausschlag nichts auslöst.

AuslöserWann er greiftVorgabe
Auffälligkeit erkannt (Einbruch, Verschlüsselung)Veränderte Ankerdatei, Hintertür, neue Gegenstelle eines Dienstes, Anmeldung aus fremder Herkunft — alles, was auf einen laufenden Vorfall hindeutetab „hoch"
Neue Schwachstelle (CVE)Sobald ein Befund ab der gewählten Einstufung entstehtab „hoch"
Kritischer Check durchgefallenWenn eine Härtungs- oder Best-Practice-Prüfung anschlägtab „hoch"
Gerät meldet sich nicht mehrWenn ein Gerät deutlich über sein Intervall hinaus schweigt
Datenträger läuft vollWenn ein Einhängepunkt so voll ist85 %
Inodes gehen ausWenn die Inodes eines Einhängepunkts knapp werden85 %
Arbeitsspeicher knappBelegter Arbeitsspeicher über der Grenze90 %
Auslagerung stark genutztBelegter Swap über der Grenze50 %
Dauerhafte ProzessorlastCPU-Auslastung über der Grenze90 %
Systemlast je Kern zu hochLast je Kern – 200 % heißt doppelt überbucht200 %
Temperatur zu hochGehäuse oder ein Laufwerk zu warm70 °C
Ungewöhnliches DatenvolumenDurchsatz einer Schnittstelle gegenüber ihrem eigenen Wochenmittel400 %
Laufwerk meldet ProblemeEin Laufwerk meldet sich selbst als angeschlagen
Verbund nicht mehr gesundEin ZFS-, btrfs- oder RAID-Verbund ist beeinträchtigt
Zertifikat läuft abRestlaufzeit unter der Grenze21 Tage
Agent ist veraltetAuf einem Gerät läuft eine alte Agent-Fassung
Container-Image hinkt hinterherDer Tag ist in der Registry weitergezogen30 Tage
Container nahe seiner SpeichergrenzeEin Container nutzt fast so viel Arbeitsspeicher, wie ihm zugeteilt ist. Was darüber liegt, schiesst der Kernel ab90 %
Container wird gedrosseltEin Container bekommt weniger Rechenzeit, als er verlangt — er läuft, aber langsam, und das ist von aussen kaum zu sehen25 % der Zeit
Container wurde abgeschossen (OOM)Der Kernel hat einen Container wegen Speichermangels beendet. Kein Schwellwert: Es ist passiert oder nicht

Der Betreff: nur dieser eine #

Sieben Auslöser können mehrere Dinge auf demselben Gerät betreffen – Speicher voll, Inodes voll, Temperatur, Traffic-Spitze und die drei Container-Auslöser. Bei ihnen gibt es das Feld Betreff: Bleibt es leer, gilt die Regel für alle; steht dort /var, nvme0n1, eth0 oder ein Containername, gilt sie nur dafür.

Beim Temperatur-Auslöser meint system den Gehäuse- oder Prozessorfühler, jeder andere Wert ein Laufwerk.

Am schnellsten geht es über den Reiter Puls eines Geräts: Neben jedem Füllstandsbalken, jedem Temperaturwert und jeder Schnittstelle steht Alarm einrichten – das öffnet dieses Formular mit bereits ausgefülltem Betreff.

Regeln gelten global, für eine Gruppe oder für ein einzelnes Gerät. Gibt es mehrere, gewinnt die speziellste: Gerät vor Gruppe vor global. So kannst du für den Produktivserver strenger sein als für den Testrechner.

Beim ersten Öffnen des Bereichs legt NODE64 eine sinnvolle Standardregel an – neue Befunde ab „hoch" per E-Mail.

Kanäle #

E-Mail an die Mitglieder deines Kontos und an zusätzliche Empfänger, die du einträgst. Zusätzliche Adressen müssen bestätigt werden – sonst könnte jemand fremde Adressen zumüllen.

Webhook: ein HTTP-POST an deine eigene URL, mit dem Befund als JSON. Damit hängst du NODE64 an Matrix, Slack, Gotify, eine eigene Automatisierung oder was auch immer.

{
  "event": "finding.new",
  "device": "mein-server",
  "severity": "high",
  "title": "SSH erlaubt Passwort-Anmeldung",
  "url": "https://app.node64.de/security/123"
}

Die Glocke in der Kopfzeile zeigt alles, was aufgelaufen ist – auch ohne E-Mail.

Webhooks nur über HTTPS und nur an öffentliche Adressen. Interne Bereiche (127.0.0.1, 192.168.x.x, Cloud-Metadaten) werden abgelehnt, und der Name wird nach der DNS-Auflösung erneut geprüft. Sonst wäre der Webhook ein bequemer Weg, unseren Server in dein internes Netz zu schicken.

Testen #

Neben jeder Regel steht ein Testalarm. Er läuft durch denselben Weg wie ein echter Alarm – Glocke, E-Mail, Webhook. Kein Sonderpfad, keine Attrappe: Wenn der Test ankommt, kommt auch der Ernstfall an. Und wenn ein Empfänger abgelehnt wird, siehst du das am Ergebnis.

Ruhe bewahren #

Alarme sind nur so nützlich wie ihre Trefferquote. Zwei Hebel dagegen, dass sie zu Rauschen werden:

  • Schwelle hochsetzen – nicht jeder niedrige Befund muss nachts klingeln.
  • Befunde vertagen oder akzeptieren – wer bewusst entschieden hat, wird nicht mehr erinnert. Siehe Befunde verstehen.

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